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Text: Martina Berg - Fotos bei PhotoLokal.de

Burg Sternberg

Kleine Burggeschichte von Martina Berg

In einer Höhe von 315 Metern thront auf einem Vorsprung des Dörenbergs im Lipperland (Nordrhein-Westfalen) die Burg Sternberg. Eigentümerin der an der westlichen Grenze der Gemeinde Extertal zur Gemeinde Dörentrup liegenden Höhenburg ist der Landesverband Lippe. Umfangreiche Abholzungen des Waldes rund um die Burg sorgten erst kürzlich dafür, dass der Besucher von hier aus wieder einen wunderbaren Ausblick über das Lipperland bis hin zum Teutoburger Wald genießen kann.

Als Vorläuferin der heutigen Burg gilt die in einer Entfernung von etwa 2 Kilometern in nordöstlicher Richtung liegende Burgruine „Alt-Sternberg“. Errichtet wurde die Fluchtburg um 1150. Die Gebäude Alt-Sternbergs waren vermutlich alle aus Holz. Davon ist heute leider nichts mehr erhalten. Ringgräben und Wälle sind aber noch vorhanden und können erkundet werden. Da die Wälle und Gräben heute recht dicht bewaldet sind, ist es allerdings für Ortsunkundige nicht ganz einfach, die Überreste auch zu entdecken. Hilfreich ist eine kleine Hinweistafel am Rande des Wanderwegs. Von hier aus geht man geradeaus in den Wald und steht nach etwa 200 Metern inmitten der Befestigungsanlagen.

Als reine Fluchtburg war Alt-Sternberg nicht ständig bewohnt und wurde vermutlich auch bereits im frühen 13. Jahrhundert wieder aufgegeben. Eine Zeit lang wurde die alte Burg wohl auch noch genutzt, nachdem die neue Burg bereits erbaut war.

Die „neue“ Burg Sternberg wurde wahrscheinlich Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Die ältesten Mauerfundamente an dieser Stelle wurden allerdings bereits auf die Zeit um 1100 datiert. Bauherr des steinernen Wohnturms auf dem Burgberg war um 1240 Graf Heinrich I. von Sternberg. Ab diesem Zeitpunkt war Burg Sternberg Hauptsitz der Sternberger Grafen. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Burg Sternberg im Jahr 1266.

Finanzielle Probleme führten dazu, dass Burg und Grafschaft Sternberg 1369 an Graf Otto von Holstein und Schaumburg verpfändet und 1377 an die Schaumburger Grafen verkauft werden mußten. 1405 wurden Burg und Grafschaft dann lippisch.

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Die Edelherren zur Lippe erweiterten ab Anfang des 15. Jahrhunderts die Burg durch Errichtung des Redantenhauses, des Südturms und den Ausbau des Burgtores erheblich. Und dies kam zur rechten Zeit, denn kurz danach brach der als „Sternbergischer Krieg“ bekannte Streit zwischen den Schaumburger Grafen und den Lippischen Edelherren aus. Inwieweit die Burg dabei Schaden nahm, ist nicht bekannt. Allerdings wurden 1424 die Städte Bösingfeld und Barntrup sowie das Schloß in Alverdissen völlig verwüstet. 1430 brannte die Burg ab und auch 1444 wurde die Burg während der Soester Fehde stark beschädigt. Beide Male wurden die Schäden umgehend wieder behoben. So konnte 1447 die Burg einem Angriff des 15.000 Mann starken Heeres des Erzbischofs Dietrich von Köln standhalten.

Im 16. Jahrhundert erhielt Graf Herrmann Simon von Pyrmont (1532-1576) die Sternberger Ämter von seinem Bruder Bernhard VII. zur Lippe (1527-1563) als Geschenk. Graf Simon nutzte Burg Sternberg als „Party-Burg“. Er residierte in Bad Pyrmont und Coppenbrügge und bewirtete auf der Sternberger Burg seine zahlreiche Gäste.

 

Während des Dreißigjährigen Krieges bezog 1632 der unter Wallensteins Befehl kämpfende General von Pappenheim (1594-1632) Quartier auf der Burg. Und in den Jahren 1648-1648 lebten mit Johann Bernhard und Hermann Adolph zwei Grafen zu Lippe gemeinsam auf der Burg.

 

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde es ruhig um die Burg. Es gab lediglich einige umfassende Umbauten und Erweiterungen. Mit dem Aus- und Umbau des inneren Torhauses 1844 erhielt Burg Sternberg sein heutiges Aussehen.

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Bis 1919 erfolgte die Nutzung als Fürstliche Oberförsterei, die unter anderem für die Durchführung zahlreicher Jagdgesellschaften der Fürsten zur Lippe verantwortlich war. Dann fiel die Burg Sternberg im Zuge der Enteignung des Adelsstandes an das Land Lippe. Ab 1929 wurde ein Teil der Burggebäude als Jugendherberge genutzt.

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In den Jahren von 1935 bis zum Kriegsende 1945 gab es erst eine Schulungsstätte der SS (die sogenannte „SS-Bräuteschule“ vermittelte den Ehefrauen von SS-Offizieren „Benimm“), dann ein Kriegsgefangenenlager und ein Ersatzteillager der Luftwaffe. 1943 bekam der Luftwaffenoffizier Peter Harlan (1898-196) das Kommando über Burg Sternberg. Er widersetzte sich 1945 dem Befehl, beim Einmarsch der alliierten Truppen die Burg zu sprengen. So rettet Harlan die Burg vor der Zerstörung und er pachtete ab 1948 die jetzt dem Landesverband Lippe gehörende Burg, um dort Musikinstrumente zu bauen. Peter Harlan baute nicht nur Instrumente, sondern veranstaltete auch zahlreiche Konzerte im Rittersaal der Burg. Diese Tradition führten seine Söhne dann nach Harlans Tod 1966 fort. Die Familie Harlan begründete mit ihrer Arbeit den Ruf der Burg Sternberg als „Musikburg“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch heute kann man die große Harlansche Instrumentensammlung besichtigen, die seit 1999 dem Landesverband gehört. Die Sammlung umfaßt neben bekannten Instrumenten einige Kuriositäten und Raritäten wie die „Eissäge“, die „Stimme der Schwiegermutter“, die „Nonnentrompete“ oder auch die „stumme Geige“.

Besonders sehenswert ist der Burgbrunnen, der nach Vereinbarung besichtigt werden kann. Der Brunnen ist über 60 Meter tief und der 80 Liter fassende Schöpfeimer wird durch ein großes hölzernes Tretrad hochgezogen und abgelassen. Der Sage nach wurde der Brunnenschacht von zwei eingekerkerten Rittern in den Fels getrieben, die freigelassen werden sollten, sobald sie auf Wasser stießen. Jahr um Jahr gruben die Gefangenen, der Schacht wurde tiefer und tiefer und endlich, nach endloser Zeit, sprudelte Wasser aus dem Felsen. Die Männer wurden aus dem Schacht geholt, man löste ihre Fußfesseln, sie fielen sich mit dem Ruf „Endlich frei“ in die Arme – und fielen leblos zu Boden. Die übermäßige Freude hatte sie getötet.

Heute befindet sich noch eine Instrumentenbauwerkstatt in den Gebäuden. Beim Instrumentenbauer Walter Waidosch kann man in diversen Kursen sind eigenes Instrument bauen. Seit neuestem gibt es auch Carving-Workshops – dabei lernt man das Schnitzen von Figuren mittels einer Kettensäge.

Und für das leibliche Wohl sorgt das sehr empfehlenswerte Café Restaurant Burg Sternberg, dass vom Westfälischen Kinderdorf e.V. betrieben wird. Dort sollten Sie auf jeden Fall einkehren, nachdem Sie auf einem der zahlreichen Wanderwege die Umgebung der Burg Sternberg erkundet haben.

Weblinks:

http://www.Burg-Sternberg.de.

http://www.Burgcafe-Sternberg.de.

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